Konformationsanalyse, III. exo‐Anomerer Effekt und Circulardichroismus von Glycopyranosylaziden

Hans Paulsen, Z. Györgydeák, Michael Friedmann

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Abstract

Tetra‐O‐acetyl‐pentopyranosen und Penta‐O‐acetyl‐hexopyranosen setzen sich mit Trimethylsilylazid bei Gegenwart von BF3 oder SnCl4 leicht zu den entsprechenden Glycosylaziden 1a bis 11 um (Tab. 1). Es entsteht stets nur das anomere Glycosylazid, in dem die Azidogruppe und 2‐OAc „trans” zueinander angeordnet sind. In Glycosylaziden sind die Bindungen ClNx und NxNz in der Weise polarisiert, daß der Dipol in beiden Fällen zum Nx weist. Hieraus wird abgeleitet, daß bei Glycosylaziden wie bei Methylglycosiden ein exo‐anomerer Effekt wirksam sein sollte, der die Konformeren 9 und 12 stark bevorzugt. Die Anwendung der Azid‐Oktantenregel sagt für das α‐D‐Glycosylazid 12 einen negativen, für das β‐D‐Glycosylazid 9 einen positiven Cotton‐Effekt voraus. Messungen des Circular‐dichroismus stimmen mit diesen Voraussagen gut überein, was für einen exo‐anomeren Effekt bei Glycosylaziden spricht.

Original languageGerman
Pages (from-to)1568-1578
Number of pages11
JournalChemische Berichte
Volume107
Issue number5
DOIs
Publication statusPublished - 1974

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